Imkerkalender 2025 – November: Zwischen Körben, Kameras und Konsequenzen
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Text und Fotos von Ante Hamersmit
Ante Hamersmit hat eine besondere Art zu imkern. Eine Klotzbeute erinnert an einen Baumstamm. Vor 800 Jahren lebten Bienen überwiegend in hohlen Stämmen im Wald. Foto aufgenommen von Alexandra Palmizi.
Der Oktober war ein Monat der reichen Ernte: neue Erfahrungen, Begegnungen, Perspektiven und Entscheidungen. Einiges als krönender Abschluss weitreichender Vorarbeit, anderes als Startschuss für neue Wege.
Ein Kurs, der bleibt – Korbflechten in der Gemeinschaft
Ende September fand unser mittlerweile vierter Korbflechtkurs statt. Es war in vielerlei Hinsicht ein Ereignis, das bleibt. Menschen reisten an aus der Schweiz, aus dem Saarland, aus Bayern. Sie kamen mit offenen Händen, voller Neugier, und sie brachten Geschichten mit, die sich im Lauf der Stunden zwischen den Fingern und Fasern zu neuen Verbindungen flochten.
Der Kursraum roch nach Holz, Stroh und warmem Tee. Immer wieder entstand dieses fast greifbare Gefühl von Sinn – wenn sich ein Korb unter den Händen formt, wenn man immer wieder mit dem Pfriemen durch das Strohbündel sticht, an dem scharfen Rattan an den Respekt vor dieser Handarbeit zurückerinnert wird.
Es sind wunderschöne Körbe entstanden – aber auch Gespräche mit Tiefe, imkerliche Verbindungen und den erfüllenden Ablauf. Die meisten kamen, um zu lernen und gingen mit mehr, als sie erwartet hatten. Ich auch.
Für mich als Organisator ist es immer das schönste Kompliment, wenn Teilnehmer wiederkehren. Und kurz nachdem das letzte Stück Roggenstroh geflochten wurde, kam schon die erste Anmeldung für den nächsten Termin am 10. April 2026. Und sie blieb nicht allein. Schau gerne hier vorbei, falls auch du an dieser Erfahrung teilhaben möchtest.
Mein Fernsehbericht im SWR hat offenbar viele Menschen berührt – mehr, als ich erwartet hatte. Die Rückmeldungen reichten von kurzen Nachrichten über Instagram bis hin zu längeren E-Mails mit persönlichen Geschichten. Besonders gefreut hat mich die Einladung, kurz darauf als Live-Gast in die SWR Landesschau zu kommen.
Die Atmosphäre im Studio war konzentriert, herzlich und überraschend vertraut. Wir sprachen über die Rolle der Hobbyimker in einer Zeit des Wandels, über die Bedeutung traditioneller Bienenhaltung als kulturelles Erbe, und darüber, was es heißt, mit Bienen nicht nur zu arbeiten, sondern von ihnen zu lernen. Auch meine Pläne für die Zukunft kamen zur Sprache: Wie ich die Leidenschaft aus der Arbeit mit den Bienen in den Mittelpunkt rücken will – nicht nur als romantische Idee, sondern als grundlegende Haltung.
Was mich besonders bewegt hat, war das Echo nach der Sendung. Menschen meldeten sich, die meine Euphorie für die Art der traditionellen Imkerei teilen. Es haben sich wertvolle Kontakte ergeben – mit Imkervereinen, mit Bildungsveranstaltern und Medienmachern.
Ich spüre, dass sich etwas öffnet. Dass die Zeit reif ist für eine andere Art des Imkerns – leiser, aufmerksamer, nachhaltiger. Und dass es vielleicht auch nicht nur meine, sondern auch unsere Aufgabe ist, davon zu erzählen.
Die Einwinterung meiner Völker ist so gut wie abgeschlossen – aber mit gemischten Eindrücken. Manche Völker wirken gesund, stark und stabil. Andere machen mir Sorgen. Ob ich sie im Frühjahr wiedersehe, weiß ich heute noch nicht.
Ein besonderes Volk ist mein Warré-Volk, das trotz oder gerade wegen minimaler Eingriffe die meiste Honigmenge eingetragen hat. Ich habe beschlossen: Dieser Honig bleibt bei den Bienen. Als Dank. Und aus Überzeugung. Kehrseite der Medaille: Die Varroa-Belastung ist trotz Einsatz von Calistrip® weiterhin hoch. Es gab viele aufsitzende Milben – zu viele, als dass ich dieses Verfahren noch einmal einsetzen möchte. Zudem kommt, dass ich die enthaltenen Paraffine nicht im Volk haben möchte. Schade, die Anwendung war nämlich super einfach.
Stattdessen muss ich nun Schadensbegrenzung mit Oxalsäure Block Verdampfung betreiben.
Ich habe einen radikalen Schritt gemacht: Nach 18 Jahren im Corporate Umfeld habe ich meinen gut bezahlten Manager Job an den Nagel gehängt. Nicht, um nur noch mit Bienen zu arbeiten – sondern, um ein Herzensbusiness aufzubauen, das mich genauso erfüllt wie die Arbeit mit den Bienen. Ich weiß: Die Erfahrungen aus der Natur, aus der Bienenhaltung, aus dem Beobachten und Lernen – sie werden ihren Platz finden in dem, was kommt.
Ich freue mich auf den Prozess und auf die dunkle, besinnliche Jahreszeit – voller Kerzenduft, Honiggebäck und neuer Ideen.
Bis bald – unter dem neuen Namen. Ante MARK.THIS.MOMENT
Important information: The original texts are published in German. The French, Italian and English versions are translated automatically and checked where possible. Please report any errors to bee@freethebees.ch.
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